Heilpflanzenblog Januar 2017

Bienenprodukte Teil 3: Pollen

 

 

 

Pro Volk und Jahr sammeln die Bienen bis zu 37kg Pollen.  Beim Blütenbesuch wird die Biene mit Blütenstaub bedeckt. Mit den bürstenähnlichen Hinterbeinen kämmt die Biene den Staub aus ihren Haaren vermischt ihn mit Honig und klebt die Kugeln zum Transport an die Hinterbeine. Die Pollenhosen sind bei den Bienen gut sichtbar und je nach besuchte Blume haben die Kugeln alle möglichen Farben von schwarz (Mohn) über dunkelgelb (Löwenzahn) oder gar blau (Phazelie). Die Pollen werden wie der Honig in den Waben eingefüllt und gelagert. Die Polle dient zur Eiweisszufuhr fürs Bienenvolk. Um die Pollen zu sammeln wird ein Gitter auf den Bienenstockboden gelegt, die Bienen laufen darüber und so werden die Pollen abgestreift und fallen in eine Schublade.

 

Pollen enthalten verschiedene Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine, Flavonoide, Aminosäuren usw. Die Pollen können als Nahrungsergänzung eingesetzt werden. 1-2 TL Pollen werden  mit Joghurt oder Quark eingenommen. In der Literatur findet man viele Wirkungen auf den Körper z.B. fördern das Wachstum der Darmflora, wirken leicht abführend,  stärken das Immunsystem, senken den Cholesterinspiegel im Blut.

 

Ich selber sammle keine Pollen, die Gewinnung und die Verarbeitung sind Zeitaufwändig. Und ich selber mag den Geschmack der Pollen nicht besonders.

 


Heilpflanzenblog Dezember 2016

Bienenprodukte Teil 2: Propolis

 

Im Herbst bereiten sich die Bienenvölker fürs Überwintern vor. Bei Knospen von verschiedenen Pflanzen sammeln die Bienen Harze, welche sie mit Speichel vermischen und wie die Pollen als Pollenhöschen an den Beinen transportieren. Die Bienen brauchen das Propolis um Spalten im Bienenstock zu schliessen und zum Desinfizieren werden alle Oberflächen im Stock damit behandelt auch das Flugloch. Somit muss jede Biene, welche den Bienenstock betritt über eine Propolisschicht gehen. Getötete Eindringlinge, welche zu gross sind um von den Bienen aus dem Bienenstock zu entfernen, werden ebenfalls mit Propolis einbalsamiert.

 

Propolis wirkt desinfizieren, entzündungshemmend, antioxidativ, immunmodulierend, lokal betäubend und durchblutungsfördernd.

 

Das Propolis ist für den Imker unangenehm da es klebt und zum Putzen der Stöcke aufwändig ist. Ausserdem entwickeln viele Imker eine Kontaktallergie, es ist deshalb empfehlenswert, wenn beim Imkern Handschuhe getragen werden. Zur Gewinnung von Propolis werden Plastikgitter auf den Bienenstock gelegt, die Spalten werden von den Bienen mit Propolis zu gespachtelt. Die Plastikgitter werden anschliessend kurz in die Gefriertruhe gelegt und so lässt es sich gut lösen. Propolis besteht aus Pflanzenharzen, Bienenwachs, Bienensekreten und Pollen. Die Zusammensetzung ist je nach Jahreszeit und Region verschieden, da die Bienen von verschiedenen Pflanzen das Harz gewinnen.

 

Aus Propolis können Tinkturen oder Salben hergestellt werden. Die Tinkturen können bei Mund-Rachen-Entzündungen angewendet werden. Die Salben bei äusserlichen kleinflächigen Hautläsionen.

 

Ausserdem wird Propolis zum Schützen von Holz z.B. im Geigenbau verwendet.

 


Heilpflanzenblog November 2016

Bienenprodukte Teil 1: Bienenwachs

 

In den nächsten Monaten möchte ich meine Blogs meinem Hobby, dem Imkern widmen. Die Bienen produzieren 6 Produkte, welche als Heilmittel eingesetzt werden können. Neben dem Honig können Propolis, Bienenwachs, Bienengift, Pollen und Gelee Royal gewonnen werden. Jeden Monaten stelle ich ein Produkt vor. Diesen Monat starte ich mit dem Bienenwachs.

 

Der Bienenwachs wird von 12-18 Tage alten weiblichen Bienen produziert. Bei jüngeren und älteren Bienen sind die Wachsdrüsen am Unterbauch nicht produktionsfähig. Vom April-Juni wird am meisten Wachs produziert, da in dieser Zeit das Bienenvolk wächst. Frisch produziertes Wachs ist weiss, es verfärbt sich mit der Zeit durch den Kontakt mit Pollen, Honig und Propolis, diese Zusatzstoffe verleihen dem Wachs den typischen Duft.

 

Die Bienen brauchen den Wachs als Gefäss zum Lagern von Pollen und Honig und als Brutnest. Die Königin legt ihre Eier in die Wachsplatten (Waben). Die Imker/-innen entnehmen jedes Jahr ältere Waben und sorgen dafür, dass die Bienen immer wieder neue Waben produzieren. So kann gewährleistet werden, dass Krankheitskeime reduziert werden.  Die Waben werden eingeschmolzen und gereinigt.

 

Im Wachs sind viele verschiedene Inhaltsstoffe enthalten bislang hat man über 50 identifiziert. Hauptstoff sind die Ester (Verbindung von Fettsäuren und Alkoholen).

 

Der Wachs wird zur Herstellung von Waben, Kerzen, Kosmetika, Heilmittel, Lebensmittel, Farben und Polituren verwendet.

 

Der dunkle Bienenwachs ist unverändert. Zur Herstellung von Kerzen wird der Bienenwachs zum Teil chemisch gebleicht (weisser Wachs).

 

Bienenwachs ist aufgrund der antimirkobiellen Wirkung einen Bestandteil von Ringelblumen-, Arnika –und Johanniskrautsalben. Durch die enthaltenden Ätherischen Ölen und die gute wärmeleitenden Eigenschaften kann ein Bienenwachswickel auf die Brust aufgelegt werden und hilft bei Bronchitis und Husten.

 

 

 


Heilpflanzenblog Oktober 2016

Teezubereitung

 

Nun werden die Tage wieder kürzer und am Abend ist es bereits recht kühl. Zeit um sich vor einem Kaminfeuer zu erwärmen und einen duftenden warmen Tee zu trinken.

 

Um die Wirkstoffe der verschiedenen Teesorten optimal herauszulösen gibt es einiges zu beachten. Je nach Wirkstoff muss der Tee anders zubereitet werden:

 

 

 

Bei Teesorten welche reich an ätherischen Ölen sind (z.B. Pfefferminz, Zitronenmelisse, Salbei) ist es wichtig, dass der Tee während dem ziehen abgedeckt wird.  Die ätherischen Öle entweichen sonst mit dem Dampf. Durch das Zudecken bleiben sie jedoch am Deckel haften und das aromareiche Kondenswasser kann am Schluss in den Tee geschüttelt werden.

 

 

 

Beim Schwarztee ist die Frage, welchen Wirkstoff wir im Tee möchten. Wünschen wir das Koffein (Tein) darf der Schwarztee nur kurz ziehen 3-5min. Möchten wir die Gerbstoffe gewinnen muss der Tee 8-10min. ziehen.

 

 

 

Schleimstoffe, welche z.B. in der Malve und in der Königskerze enthalten sind, lösen sich am besten in kaltem Wasser. Die Kräuter während 12h in kaltem Wasser ziehen lassen, danach kann der Tee kalt oder warm genossen werden.

 

 

 

Samen (z.B. Anis, Fenchel, Kümmel) oder getrocknete Früchte (Hagebutte) vor der Zubereitung mit dem Mörser aufbrechen.

 

 

 

Einen wunderschönen Herbst mit vielen Momenten zum Geniessen wünscht Ihnen Sandra Breu-Oberli

 


Heilpflanzenblog September 2016

Was ist Phytotherapie?

Die Phytotherapie befasst sich mit der therapeutischen Anwendung von Heilpflanzen. Die Wirkungen der eingesetzten Heilpflanzen sind häufig wissenschaftlich belegt und in den deutschen und europäischen Monografien beschrieben.

 

Die Pflanzen werden zur Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen eingesetzt. Es werden aus verschiedenen Pflanzenteile Wirkstoffe gewonnen und zu Tee's, Pulver, Extrakte, Tinkturen, Bäder, Wickel, Salben, Säfte und Öl-Auszüge verarbeitet.

 

 

 

Hier ein paar Beispiele wann Heilpflanzen eingesetzt werden können, die Liste ist nicht vollständig:

 

 

 

Hautkrankheiten z.B.Pilzbefall, virale oder bakterielle Hautinfektionen, Wunden

 

 

 

Leichte Harnwegsinfektionen

 

Leichte Atemwegsinfektionen, Husten, Schnupfen

 

Zur Stärkung des Immunsystemes

 

 

 

Bei Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, Reizdarm, Reflux, Blähungen

 

 

 

Bei gynäkologischen Problemen z.B. starke Mensblutungen, schmerzhafte Mens, Wechseljahrbeschwerden

 

 

 

Bei chronischen Schmerzen zur Linderung der Symptome, bei Kopfschmerzen

 

 

 

Bluthochdruck

 

 

 

Schlafstörungen, Ängsten, leichten Depressionen

 

 

 

Bei chronischen Krankheiten oder Chemotherapie können Heilpflanzen eingenommen werden um die Symptome der Krankheit und die Nebenwirkungen der Medikamente/Chemotherapie zu lindern.

 

 

 

Gerne berate ich Sie persönlich.

 

Mehr Informationen unter www.heilpflanzentherapie.ch

 


Heilpflanzentipp August 2016

Heilpflanzenanwendung bei Sonnenbrand:

 

Natürlich ist in erster Linie darauf zu achten, dass kein Sonnenbrand entsteht mit Sonnencreme, Sonnenhut, über die Mittagszeit in den Schatten usw.

Ist nun aber dennoch ein Sonnenbrand entstanden, dann helfen verschiedene Pflanzen. Zu unterscheiden ist der Schweregrad der Verbrennung:

 

1. Grad: Rötung, Haut trocken, überwärmt, schmerzend

 

Aloe vera kühlt und spendet Feuchtigkeit

Blatt aufschneiden, Pflanzensaft direkt auf die Haut auftragen.

 

Johanniskrautöl wirkt durchblutungsfördernd, zusammenziehend, entzündungshemmend, fördert die Wundheilung

Öl einreiben, Umschläge mit in Öl getränkten Kompressen

 

 

2. Grad: Rötung, Blasen und Nässende Haut, sehr schmerzhaft

 

Schwarztee hat eine zusammenziehende, entzündungshemmende Wirkung

8-10min ziehen und anschliessend abkühlen lassen

Umschläge mit in Schwarztee getränkten Baumwolltücher oder Gazen auf die Haut auflegen.

 

Wenn die nässende Phase vorbei ist, können die gleichen Anwendungen wie bei Grad 1 gemacht werden.

 

Bei Sonnenbrand Grad 1 und 2 ist in einer ersten Phase die Kühlung der Haut mit kühlen, nassen Umschlägen oder Quarkwickel sehr wichtig.

 

Die obengenannten Massnahmen können auch  bei anderen Verbrennungen Grad 1 und 2 angewendet werden.

Bei grossflächigen Verbrennungen  oder Verbrennungen 3. Grades (Haut ist schwarz-weiss (nekrotisiert), keine Schmerzen da die Nervenenden zerstört sind) muss zwingend ein Arzt bzw. den Notfall aufgesucht werden!


Heilpflanzentipp Juli 2016

Mädesüsssirup

 

Zur Zeit blüht bei uns an Ufern von Bächen und Flüssen die Wiesenkönigin (Mädesüss, Spiere, Wiesengeissbart, Filipendula ulmaria oder Spiraea ulmaria). 

 

Die mehrjährige Staude wächst bis zu einem Meter hoch.

 

Früher wurde die Pflanze wegen ihrem typischen Aroma (erinnert an Bittermandeln, Vanille) zum aromatisieren von Met, Wein und Bier verwendet. 1840 wurde der Wirkstoff Salicylsäure in der Pflanze entdeckt und das bekannte Medikament Aspirin (abgeleitet vom lateinischen Namen Spiraea ulmaria) wurde entwickelt.

 

In der Volksmedizin hat die Pflanze eine lange Tradition. Sie wurde bzw. wird verwendet bei Nierenproblemen, Atemlosigkeit, Keuchen, Halsschmerzen, Magenschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen usw.

 

In der heutigen Phytotherapie wird die Pflanze nur noch eingesetzt bei Fieber, da Mädesüss eine schweissfördernde Wirkung hat. Als Hauptwirkstoffe sind neben der Salicylsäure, Flavonoide und Gerbstoffe enthalten.

 

 

 

Aus den weissen Blüten kann wie mit den Holunderblüten einen herrlich, erfrischenden Sirup hergestellt werden. Die Blütezeit ist von Juni-August. Für den Sirup werden die Blüten gesammelt (ca. 10 Stück pro Liter Wasser). Die Blüten werden im kalten Wasser für 24h eingelegt und möglichst an der Sonne stehen gelassen. Danach werden die Blüten abfiltriert. Der Auszug wird nun aufgekocht und 1kg Zucker pro Liter Blütenwasser hinzugefügt. Nun ein paar Minuten kochen lassen, 20gr Zitronensäure pro Liter Wasser hinzufügen. Vorsicht, beim Hinzufügen der Zitronensäure kann der Sirup stark schäumen und über den Pfannenrand laufen, deshalb die Säure sehr langsam hinzufügen!

 

Den Sirup heiss in Flaschen füllen und diese sofort verschliessen.  

 

An einem kühlen Ort gelagert hält der Sirup ein Jahr (meist ist er vorher getrunken). Der Sirup kann 1:10 mit kaltem oder heissem Wasser verdünnt getrunken werden. Er schmeckt auch, wenn wir nicht krank sind und kann wie Holunderblütensirup konsumiert werden.

 

 

 

Auf meinen Heilpflanzenspaziergängen finden wir die Wiesenkönigin oft und eine Flasche mit Sirup zum degustieren ist auch immer dabei! Der nächste Spaziergang findet am Sonntag 11.9.2016 um 14Uhr in Thun Allmendingen statt.

 


Heilpflanzentipp Juni 2016

Auf was sollten Sie achten, wenn Sie Pflanzen sammeln:

 

Ort

 

Die Pflanzen sollten an einem ungedüngten Ort gesammelt werden: im eigenen Garten, auf einem Biohof, am Waldrand, an Ufern, im Wald oder in den Bergen. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen wird häufig gedüngt oder es kommen Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz. Orte in der Nähe von Strassen und Industriegebieten vermieden. Darauf achten, dass man die Pflanzen nicht auf Wegen sammelt, auf denen viele Hunde unterwegs sind.

 

 

 

Menge

 

Nur die Menge sammeln, die für ein Rezept oder für den Eigenbedarf gebraucht wird! Darauf achten das Maximum 1/10 der bestehenden Menge gepflückt wird, damit sich der Bestand wieder erholen kann.

 

 

 

Pflanzenteile

 

Nur diejenigen Pflanzenteile ernten, welche gebraucht werden. Darauf achten, dass die Wurzeln und der Stamm nicht verletzt werden, wenn diese nicht geerntet werden. Blätter, Blüten und Kraut können meistens von Hand gepflückt werden. Zähe Stängel mit einer Schere oder einem Messer schneiden.

 

 

 

Sammelbehälter

 

Den richtigen Sammelbehälter auswählen. Pflanzen, die anschliessend getrocknet werden, sammelt man in luftdurchlässigen Körbe, Papiertaschen oder Stoffbeutel. Pflanzen die für die Wildpflanzenküche gebraucht werden, um z.B. Salat herzustellen in Plastiksäcken oder Plastikboxen transportieren, damit sie möglichst feucht bleiben. Für jede Pflanze einen separaten Sammelbehälter verwenden, nicht mischen!

 

 

 

Pflanze

 

Nur gesunde Pflanzen ernten! Keine verschimmelten, verfaulten oder angefressene Pflanzen pflücken.

 

Informieren sie sich vor dem Pflücken über Wirkung, Nebenwirkung und Kontraindikation der Pflanze. Achten Sie darauf, dass Sie keine Pflanzen unnötig zertreten. Pflanzen in Naturschutzgebieten und geschützte Pflanzen dürfen nicht geerntet werden.

 

 

 

Bestimmung

 

Sammeln Sie nur Pflanzen, welche Sie mit 100%-iger Sicherheit kennen! Lernen Sie auch die Pflanzen zu bestimmen, welche mit der Heilpflanze verwechselt werden können. Beispiel: Bärlauch und Herbstzeitlose! Beobachten Sie den Standort und die Pflanze über die Jahreszeiten.

 

 

 

Zeit

 

Die Konzentration der Ätherischen Öle ist vor allem um die Mittagszeit hoch. Wenn dieser Wirkstoff erwünscht ist, darauf achten, dass die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden. Man erkennt diesen Zeitpunkt auch am starken Duft der Pflanzen. Pflanzen, welche Ätherisch Ölreich sind, sollten während Regentagen nicht gesammelt werden. Wer möchte kann beim Sammeln zusätzlich auf die Mondphasen achten.

 

 

 


Heilpflanzentipp Mai 2016

Maibowle

 

 

Die Maibowle wird traditionellerweise mit Waldmeister angesetzt. Diesen findet man zu dieser Jahreszeit in unseren Laubmischwäldern. Er wird für die Bowle vor der Blüte geerntet, jeweils die ganzen Stängel mit Blätter. Für einen Liter Bowle sollten Maximum 3gr Waldmeister verwendet werden. Eine höhere Dosis kann durch das im Waldmeister enthaltene Cumarin Kopfschmerzen und Benommenheit auslösen (auch in der alkoholfreien Variante).

 

 

 

Zutaten:

 

Max. 3gr Waldmeister

 

1 Stängel Pfefferminze

 

1 Stängel Zitronenmelisse

 

500 ml Weisswein

 

500 ml Sekt

 

Bei der alkoholfreien Variante Weisswein und Sekt mit der gleichen Menge Apfelsaft –und Mineralwasser mit Kohlensäure ersetzten.

 

Nach belieben Zucker und Vanillienzucker zufügen. Zur Deko Zitronenscheiben oder Beeren hinzufügen.

 

 

 

Den Waldmeister nach dem Pflücken waschen und trocken schütteln. Das Waldmeisterkraut etwas antrocknen lassen und mit den anderen Kräutern zu einem Strauss binden. Mit den Stielenden nach oben in eine Karaffe hängen. Weisswein und Sekt darüber giessen, die Stielenden sollten nicht bedeckt sein (die Bowle wird sonst bitter). 30min. ziehen lassen.

 

 

 

Bei den Benediktermönchen wurde die Maibowle zur Stärkung von Herz und Leber ausgeschenkt. Früher wurde der Waldmeister auch zum Aromatisieren von Bier verwendet.

 

In der Volksheilkunde wird dem Waldmeister eine krampflösende und beruhigende Wirkung zugeschrieben. In der Heilpflanzentherapie wirken cumarinhaltige Pflanzen entzündungshemmend, gewebsentwässernd, krampflösend und verbessern den Lymphfluss. Die enthaltene Menge Cumarin im Waldmeister ist vermutlich zu gering um eine Wirkung zu bemerken, zu mal die Tagesmenge von Waldmeister eingeschränkt werden muss s.oben.

 

 

 

Prost! Bis zum Juni Heilpflanzentipp!

 

 

 


Heilpflanzentipp April 2016

Bienenschwärme

 

Der Heilpflanzentipp vom April handelt nur indirekt von den Heilpflanzen. Aber schliesslich müssen auch Heilpflanzen bestäubt werden. Deshalb möchte ich diesen Monat meinen Haustieren widmen:

 

Hat jemand von Ihnen schon einmal einen Bienenschwarm gesehen? Tausende von Bienen fliegen durch die Luft, begleitet von einem beeindruckenden Brummgeräusch. Sie sind auf der Suche nach einem neuen Heim. Doch wie kommt es dazu?

 

Es lebt immer nur eine Königin, zusammen mit weiblichen Arbeiterbienen und männlichen Bienen (Drohnen) in einem Staat. Das Volk kann in den ersten vier Tagen der Brut bestimmen, ob aus einem weiblichen Ei eine Königin oder eine Arbeiterbiene werden soll. Entscheiden sie sich für die Königin, wird dem Ei Gelee Royal verfüttert. Es gibt mehrere Gründe warum ein Volk eine neue Königin aufzieht:

 

- Die aktuelle Königin ist alt.

- Die Königin ist bereits gestorben.

- Das Volk möchte sich teilen.

 

Bevor die neue Königin schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem grossen Teil des Volkes den Bienenstock (=Schwarm). Der Rest des Volkes bildet mit der neuen Königin ein neues Volk.

 

Der Schwarm sucht sich nun eine neue Bleibe. Zwischenstation ist meist ein Baumast, ein Zaun oder ein sonstiger praktischer Platz zum Beispiel ein Seitenspiegel vom Auto. Solange der Schwarm in der Luft ist, kann man nichts machen. Beobachten Sie jedoch einen Schwarm, der irgendwo hängt, melden Sie dies bitte einem Ihnen bekannten Imker oder der Feuerwehr.

 

Nach ein paar Stunden zieht der Bienenschwarm meist weiter in die definitive Bleibe. Dies kann ein hohler Baum, ein Hohlraum in einem Haus oder ein leerer offener Bienenkasten sein.

 

Wird der Imker oder die Feuerwehr rechtzeitig informiert, kann der Bienenschwarm eingefangen werden.

 

Der Schwarm wird mit Wasser besprayt, damit die Bienen durch die nassen Flügel einen Moment nicht mehr fliegen können. Die Schwarmkiste wird nun unter dem Schwarm platziert und mit einem ruckartigen Schlag, wird der Schwarm in die Kiste befördert. Wichtig ist, dass die Königin in der Kiste ist. Dann werden alle restlichen Bienen zu ihr in die Kiste fliegen. Ist die Königin nicht in der Kiste werden nun alle Bienen wieder zu ihr zurück fliegen und das Spiel beginnt von vorne. Sobald aber alle Bienen in der Kiste sind, wird diese geschlossen und für 3-5 Tage in einen kühlen Keller gestellt. Die Bienen werden in dieser Zeit nicht gefüttert. Aber keine Angst, sie verhungern nicht! Die Bienen füllen vor dem Schwärmen ihre Honigblase mit Honig, damit können sie 4-5 Tage auch ohne essen auskommen. Sie haben beim neuen Zuhause noch keine Vorräte. Die Honig –und die Kotblase wird während dem Kellerarrest geleert. Dies ist wichtig, weil sich im Honig und Kot übertragbare für die Bienen tödliche Krankheitserreger befinden können. So verhindert man ein Anstecken der eigenen Bienenvölker.

 

Nach dieser Quarantänenzeit werden die Bienen auf saubere, neue Waben einlogiert und gefüttert. Und mit ein bisschen Glück bleiben sie nun und entwickeln sich zu einem neuen Bienenvolk. Bis im nächsten Frühling die Schwarmzeit von neuem beginnt.

 

Auf ein gutes Imkerjahr mit viel Honig.


Heilpflanzentipp März 2016

9-Kräutersuppe

 

Die 9-Kräutersuppe wird in vielen Büchern als „Entschlackungskur“ beschrieben. Was man von den Schlacken hält oder nicht, ist eine Philosophiefrage.

 

Ich sehe die 9-Kräutersuppe eher als schönes Ritual zum Frühlingsbeginn. Auf einem Frühlingsspaziergang können die Kräuter gesammelt und zu einer Suppe verarbeitet werden, vielleicht sogar draussen am offenen Feuer? Rituale, Bewegung an der frischen Luft und Wildkräuter in der Ernährung einbauen, wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.

 

Warum 9-Kräuter: Die Zahl neun gilt in vielen Kulturen als heilig. Im Wort neun ist auch das „Neu-e“ enthalten. 9 kommt in vielen rituellen und religiösen Handlungen vor. Wer nicht neun Kräuter 100% sicher bestimmen kann, nimmt lieber weniger. Traditionell wurde die Neun-Kräutersuppe am Gründonnerstag gekocht zum Ende der Fastenzeit. Teilweise ist es auch Brauch, am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen.

 

Untenstehende Kräuter können für die Suppe gesammelt werden. Jeweils eine handvoll pro Pflanze, in Klammer steht der Geschmack der Pflanze. In dieser Jahreszeit sammelt man bei allen aufgelisteten Pflanzen das Blatt, nur beim Gänseblümchen nimmt man die Blüte.

 

Giersch (Sellerie, Karotten oder Fenchelähnlicher Geschmack), Brennnessel (Spinat ähnlich), Löwenzahn (Bitter), Brunnenkresse (pikanter Senfgeschmack), Spitzwegerich (zwischen Pilz und Spinat, manchmal bitter), Bärlauch (scharf, nach Knoblauch), Sauerampfer (saurer Geschmack), Gänseblümchen (leicht aromatisch), Schafgarbe (Bitter), Gundelrebe (aromatisch), Scharbockskraut (scharf).

 

In einigen Büchern wird ausserdem Huflattich empfohlen. Ich persönlich meide ihn zum Essen, da er giftige Pyrolizidinalkaloide enthält. Wer häufig Wildpflanzen konsumiert, sollte sich bewusstsein, dass dieser Giftstoff in verschiedenen Pflanzen enthalten ist und eine Kumulation dann eine toxische Wirkung haben kann!

 

Zubereitung: Grundsuppe kochen zum Beispiel Bouillon, Mehl –oder Kartoffelsuppe.

 

Gesammelte Kräuter waschen, ein wenig zerkleinern und die letzten 10 Minuten mitkochen.

 

Am Schluss evtl. nachwürzen und nach belieben mit Rahm, Sauerrahm oder als Veganervariante mit weisses Mandelmus oder Cashwemus verfeinern.

 

Einen guten Appetit wünscht Ihnen Sandra Breu-Oberli

 

P.S. im Frühling 2017 plane ich Wildpflanzenkochkurse! Die genauen Termine werden im Herbst 2016 auf meiner Homepage publiziert.

 


Heilpflanzentipp für den Februar 2016

Echinaceakur

 

Bei meiner Arbeit auf dem Notfall und auch Privat durch den regelmässigen Kontakt mit Kleinkindern komme ich häufig mit Viren- und Bakterienerkrankungen in Berührung. Deshalb habe ich mich diesen Winter das erste Mal entschieden eine Echinaceakur zu machen.

 

Die Pflanze Echinacea purpurea (roter Sonnenhut) stammt ursprünglich aus Amerika, gedeiht aber auch in unseren Gärten.

Echinacea stimuliert das unspezifischen Abwehrsystem. Dieses Abwehrsystem ist zuständig für die Bekämpfung verschiedener Erreger. Im Gegensatz zum spezifischen Abwehrsystem, welches einen bestimmten Erreger bekämpft. Impfungen wirken zum Beispiel spezifisch: Es werden Antikörper gegen einen Erreger z.B. Masern gespritzt und wirken dann nur gegen den Masernvirus.

Die erste Echinaceakur startete ich Ende November für 3 Wochen, mit der zweiten habe ich Mitte Januar begonnen. Ich habe die Tinktur jeweils von Montag-Freitag eingenommen und am Wochenende eine Pause gemacht. Die genaue Tagesdosierung variert je nach Hersteller der Tinktur. Dazu bitte die Packungsbeilage lesen. Wichtig ist, dass die Kur nicht 3 Wochen pausenlos eingenommen wird. Deshalb am Besten von Montag bis Freitag einnehmen und am Wochenende eine Pause machen.

Meine diesjährige Erfahrung:

Bis zur Veröffentlichung des Blogs hatte ich in diesem Winter keine infektiöse Erkrankung. Ob dies nun der Kur oder dem milden Winter zu verdanken ist? Auf jeden Fall werde ich auch in der nächsten Wintersaison die Kur durchführen.

 


Heilpflanzentipp für den 1. Januar 2016

 Kopfschmerzen?

 

2-3 Tropfen des Ätherischen Öles der Pfefferminze (Mentha piperita) auf eine Gaze träufeln und auf die Stirne oder Schläfe legen. Das Ätherische Öl kann auch direkt aufgetragen werden. Das Öl darf nicht in die Augen gelangen! Pfefferminzöl erregt bei lokaler Anwendung die Kälte –und Druckrezeptoren. Bei hoher Konzentration werden auch Wärme –und Schmerzrezeptoren stimuliert. Es hemmt die Wirkung der Schmerz-Nerven-Botenstoffe Serotonin und Substanz-P. Beide Botenstoffe spielen bei der Entstehung von Kopfschmerzen eine grosse Rolle.

Klinische Studien haben ergeben, dass die Wirkung von Pfefferminzöl gleich gut ist, wie die von Paracetamolhaltigen Schmerzmitteln.

Ein gesundes 2016 mit vielen spannenden Erlebnissen und Begegnungen wünscht Ihnen Sandra Breu-Oberli


Heilpflanzentipp für den Dezember 2015 

Wie wäre es mit einem entspannenden Fussbad?

 

 

1EL Milch und 5 Tropfen Ätherisches Öl (z.B. Lavendelöl) in 10 Liter ca. 36° warmes Wasser geben. Füsse während 15-20min. baden. Die Wassertemperatur kann in dieser Zeit mit wärmerem Wasser gesteigert werden. Bis ca. 40° (oder so wie es angenehm ist). Anschliessend gut trocknen und mit einer pflegenden Salbe die Füsse massieren. Danach warme Socken anziehen. Dazu einen Tee trinken und schöne Musik hören.
Haben Sie gewusst, dass bei warmen Füssen die Durchblutung in den Füssen gesteigert wird und dadurch via Rezeptoren auch die Durchblutung in den Atemwege verbessert wird. Erkältungsviren haben so eine weniger gute Chance sich auszubreiten. Also achtet man am Besten im Winter auf schön warme Füsse.

Eine gesunde und ruhige Adventszeit wünscht Ihnen Sandra Breu-Oberli